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1948. Die Welt wird überrascht

2.000 Jahre und eine Chance. Der lange Kampf ums Überleben endet. Der Krieg ums Überleben nimmt eine Wende. In der ersten Kriegsphase konnte Israels gerade gegründete Armee die arabische Invasion nicht aufhalten. Welche Faktoren brachten die Wende?

Auf israelischer Seite:

Einheitliche Führung

Haganah (inklusive Palmach) und andere Gruppen wurden im Juni der neu gegründeten Armee mit durchgängiger Kommandokette unterstellt. 

Rekrutierung und Ressourcen

Jungen und Mädchen meldeten sich in Scharen ab 16 Jahren und übernahmen wichtige rückwärtige Aufgaben. Die Armee wurde während des Krieges trotz der Verluste größer. Alle verfügbaren Fahrzeuge, selbst Traktoren wurden umgerüstet. Improvisierte Fabriken produzierten improvisierte Waffen und Munition. Aus der Tschechoslowakei kamen geschmuggelte Gewehre.

Vorbereitung und fehlende Alternative

Die Kibbuzim entwickelten sorgfältige Verteidigungskonzepte und widerstanden den Angriffen bis die Armee Verstärkung schickte. Und standen schlicht vor der Wahl zu kämpfen oder zu sterben.

Auf arabischer Seite:

Uneinheitliche Führung

Die fünf arabischen Armeen agierten weitgehend unabhängig voneinander, ohne operative Abstimmung.

Kontroverse Kriegsziele

Libanon und Syrien wollten jeweils für sich Nordisrael und Galiläa in Besitz nehmen, Jordanien die Westbank und Jerusalem, der Mufti ganz Palästina und Ägypten den Süden mit Tel Aviv und Jerusalem.


Jordanien befürchtete einen Machtzuwachs des Muftis und entwaffnete Teile seiner Milizen. Der Mufti paktierte heimlich mit Ägypten, um Jordaniens Machtzuwachs zu verhindern. Auch Syrien wandte sich gegen die Expansion Jordaniens und wurde dabei von Saudi-Arabien unterstützt, dem traditionellen Gegner der Haschemiten.

Der Mörser-Eigenbau „Davidka“ (Klein David) hatte wenig Explosivkraft aber furchterregende Lautstärke.

Zerstörter ägyptischer Panzer in Jad Mordechai.

Motivation

Israel entstand völkerrechtlich legal, das Land wurde legal erworben. Die Invasion war ein tödliches Unrecht. Der Zionismus hatte das Gefühl von Ohnmacht überwunden. Die jüdische Bevölkerung war bereit, bis zum Äußersten zu widerstehen.

Erbitterter Widerstand

19. Mai 1948: Bei ihrem Vormarsch stieß die ägyptische Armee auf den Kibbuz Jad Mordechai, nördlich des Gaza-Streifens. Mit schwerer Artillerie und gepanzerten Fahrzeugen versuchten die Ägypter den Kibbuz zu stürmen. Die 130 Kibbuz-Bewohner hielten fünf Tage stand, der Vormarsch der Ägypter wurde entscheidend verzögert.

Die Wende beginnt im letzten Moment

29. Mai 1948: Die ägyptische Armee stand nur noch 30 km vor Tel Aviv, als vier nachgebaute Messerschmidt Me-109 aus der Tschechoslowakei Israel erreichten. Sie wurden sofort eingesetzt und brachten den Vormarsch der Ägypter im letzten Moment zum Stehen.

03. Juni 1948Ägyptische Bomber wurden abgeschossen. Damit endeten die Luftangriffe auf Tel Aviv. Die Aufklärungsflüge der britischen Luftwaffe, die Ägypten mit Informationen belieferte, hörten auf.

 

Britische Soldaten übergaben zwei Cromwell Panzer, um die pro-arabische Haltung ihrer Regierung symbolisch zu kompensieren. Israelische Ingenieure bauten aus zurückgelassenen Teilen drei Sherman Panzer. Eine kleine Panzertruppe war geschaffen.

Die syrische Armee wurde beim Angriff auf den Kibbuz „Degania„ zurückgeworfen und im Laufe des Krieges sukzessive aus dem Land gedrängt.

Eigene Überschätzung

Die arabischen Staaten begannen ihre Invasion ohne Kriegserklärung, aber siegesgewiss. Der erhoffte problemlose Durchmarsch zu den jüdischen Zentren stockte aber bereits bei den Kibbuzim. Ihre blutigen Drohungen verstärkten den Verteidigungswillen Israels.

Tschechischer Nachbau der deutschen ME-109.

 „Das Flugzeug war Schrott. Die Tschechen haben es einfach zusammengesetzt aus kaputten Teilen der Me 109. Propeller und Motor kamen von Heinkel-Bombern. Aber es war alles, was wir kriegen konnten.“

Flugstaffelführer Lou Lenart (Bild oben)

Eine abgeschossene Spitfire der ägyptischen Luftwaffe. Israelische Ingenieure machten sie wieder flugfähig.

Während zweier Waffenstillständen verstärkten beide Seiten ihre Truppen. Israels Armee wuchs wegen der vielen Freiwilligen schneller, verfügte bei Kriegsende über 60.000 Männer, Frauen und Jugendliche und konnten den Arabischen Armeen Paroli bieten.
 
Der Krieg endete 1949 mit Waffenstillstands-Abkommen:

24. Februar mit Ägypten, 23. März mit Libanon, 03. April mit Jordanien, 20. Juli mit Syrien. Irak zog seine Truppen ohne Abkommen zurück.

Gegen alle Vorhersagen überlebte der junge Staat Israel. Das Vertrauen in die eigene Stärke ist seither Teil des kollektiven Bewusstseins.

 „Wer in Israel nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“

David Ben Gurion.

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