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15. Mai 1948. Angriff der arabischen Staaten

Fünf arabische Armeen dringen nach Israel ein

Der militärische und psychologische Druck auf das neue, kleine Land war enorm: Knapp 650.000 Einwohner, viele dem Holocaust entronnen. Lediglich 18.000 Freiwillige mit Waffen, inklusive Frauen und Jugendliche. Keine Hilfe von außen. Die arabische Drohung mit Ölboykott wirkte. USA, Großbritannien und Frankreich verhängten ein Waffenembargo.

  • Das britische Außenministerium war vom Sieg der arabischen Staaten überzeugt.

  • Die CIA gab Israel nur geringe Chancen.

  • Israels hochrangiger Militär Jigal Jadin sah „bestenfalls eine 50:50 Chance“.

 

  • Ägyptens Generalität: “Die Invasion wird eine Parade ohne jedes Risiko.“

 

  • Azzam Pascha, Generalsekretär der Arabischen Liga, einige Monate vor der Invasion: „Dies wird ein Krieg der Auslöschung und ein großes Massaker, über das man dereinst sprechen wird wie von den mongolischen Massakern und den Kreuzrittern.“

  • Ahmed Schukeiri, Sprecher des Muftis von Jerusalem: „Ziel des Krieges ist die Beseitigung des jüdischen Staates.“

  • Der Angriff an allen Fronten traf Israel mit voller Wucht. Die Haganah war klein, völlig unzureichend bewaffnet, schwere Waffen fehlten. Zudem mussten Zehntausende von Flüchtlingen versorgt werden. Die Überlebenschancen sanken in der ersten Kriegsphase von Tag zu Tag.

Die ersten Kriegswochen

Die ägyptische Luftwaffe bombardierte Tel Aviv bereits in den ersten Tagen. Am 18. Mai wurde die zentrale Busstation in Tel Aviv zerstört, 42 Personen starben bei dem Bombardement, über 100 wurden verwundet. Im Süden bombardierten die Ägypter mehrere Kibbuzim.

Gegen die ägyptische Luftwaffe konnten die jüdischen Verteidiger in der ersten Kriegsphase lediglich Maschinengewehre einsetzen.

Die Piloten der syrischen Luftwaffe bombardierten mit ihren amerikanischen Jagdbombern jüdische Dörfer und Kibbuzim in Obergaliläa (Norden).

Mit überlegenen Kräften und schweren Waffen konnte die Arabische Legion der Jordanier Jerusalem einnehmen. Laut UN-Teilungsplan sollte die Stadt unter internationale Kontrolle gestellt werden.

Bis zu 10.000 Granaten feuerte die Arabische Legion auf das jüdische Viertel in Jerusalem.

Verwundete und Tote nach Bomber-Angriff der ägyptischen Luftwaffe auf Tel Aviv.

Israelische Kinder lernen spielerisch, Deckung zu suchen und bei Angriffen Helme aufzusetzen.

Jordanisches Sturmgeschütz vor Jerusalem.

 „Das jüdische Viertel ist zerstört. Die Rückkehr der Juden ist unmöglich.“

Abdullah el Tal, Kommandeur des jordanischen Angriffs auf Jerusalem, am 28. Mai 1948 nach Eroberung der Stadt.

Die arabischen Armeen

Ägypten 

40.000 Soldaten
Invasionsarmee: 17.000 Soldaten
Kommandeur: Generalmajor Ahmad Ali al Mwawi
Luftwaffe: Sterling Bomber, 20 C47-Bomber, 
30 Spitfire Jäger, 4 Hawker Hurricane
Panzer: 135, darunter britische MK VI und Mathilda, Tanks und schwere Artillerie

 

Transjordanien

15.000 Soldaten und irreguläre Truppen, 3.000 Elitesoldaten
Sturmgeschütze und gepanzerte Fahrzeuge
Artillerie aus Großbritannien
Verteidigungspakt mit Großbritannien

Irak

18.000 Soldaten
Kommandeur: General Nur ad Din Mahmud 
Luftwaffe: 100 zumeist britische Flugzeuge 
Panzer aus Großbritannien, Artillerie aus Großbritannien 
Verteidigungspakt mit Großbritannien

Syrien 

8.000 Soldaten
Oberbefehl: Präsident Schukri al Quwwatli
Luftwaffe: 50 AT-6 Harvard
Panzer: Renault 35 und Renault 37 
Artillerie aus Großbritannien

Libanon

6.000 Soldaten 
Luftwaffe: britische Spitfire 
Panzer aus Großbritannien 
Artillerie aus Großbritannien

Haganah evakuiert Kinder aus dem Kibbuz „Dorot“ im Negev vor dem Angriff der ägyptischen Armee. Das improvisierte Militärfahrzeug nannte man „Butterfly“ wegen der Flügeltüren auf dem Dach.

Verteidigerinnen im Kibbuz Negba im Süden.

Verstärkt wurden die Invasionsarmeen durch Truppen aus Sudan, Marokko, Saudi-Arabien, Jemen, und Freiwillige aus Bosnien, Libyen und Pakistan. Zusätzlich durch die fünf arabischen Milizen im Inneren mit 
20.000 Kämpfern.

Die heimlich angelegten Waffenvorräte der Haganah reichten knapp, um ca. 18.000 Kämpferinnen und Kämpfer zu bewaffnen. In den ersten Kriegstagen konnten sie den Vormarsch der arabischen Armeen nicht aufhalten.

Das exakte Kräfteverhältnis und die eingesetzten Truppen beider Seiten bleiben umstritten. Die Unterlegenheit der Haganah an kämpfenden Männern und Frauen und bei Bewaffnung war evident.

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