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Die Teilung des geteilten Palästinas

78% des Mandatsgebietes Palästina gab Großbritannien der Haschemiten-Dynastie aus Saudi-Arabien. Daraus wurde Jordanien. Im Rest von 22% ließ der Mufti von Jerusalem jüdische Siedlungen und Stadtteile attackieren und gemäßigte arabische Kräfte ermorden. Die Versorgung der Juden in Jerusalem war gefährdet, weil Milizionäre des Muftis immer öfter Lebensmittel-Konvois überfielen.

Die Haganah und andere jüdische Einheiten wehrten sich und gingen auch zu Gegenangriffen über. Araber und Juden fühlten sich von der Mandatsmacht hintergangen und verübten auch Anschläge auf britische Truppen. Im Juli 1946 beging die bekannte jüdische Untergrundorganisation „Irgun“ einen Anschlag auf das King David Hotel in Jerusalem, das auch Teile des britischen Generalstabes beherbergte.

Begründung für den Anschlag war die vorangegangene Exekution zweier jüdischer Untergrundkämpfer. Trotz mehrerer konkreter Warnungen evakuierten die Briten nicht. 91 Personen kamen ums Leben. Die provisorische Regierung der Juden in Palästina verurteilte den Anschlag, so wie grundsätzlich alle Anschläge, bei denen Zivilisten zu Schaden kamen.

1947. Der Konflikt in Palästina überforderte die Mandatsmacht

1947. Der Konflikt in Palästina überforderte die Mandatsmacht 1947 waren rund 100.000 britische Soldaten in Palästina stationiert. Sie konnten nicht verhindern, dass sich Anschläge von jüdischer und arabischer Seite häuften.

 

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise und den jährlichen Kosten von rund 40 Millionen Pfund für die Aufrechterhaltung des Mandats, gaben die Briten im Februar 1947 das Palästinamandat zurück an die UN.

UNSCOP. Eine UN-Sonderkommission, ihr Bericht und Lösungsvorschlag

Die UN setzten eine Sonderkommission ein, die eine Lösung für den Konflikt in Palästina erarbeiten sollte. Das United Nations Special Committee on Palestine (UNSCOP) führte ab Juni 1947 50 Einzeluntersuchungen und umfassende Recherchen durch. Erschwerend: Die Führung der Araber in Palästina boykottierte UNSCOP und drohte gesprächsbereiten Arabern mit Mord.

In ihrem Bericht vom September 1947 empfahl UNSCOP die Teilung Rest-Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Die UN folgten der Empfehlung und übergab den Teilungsplan als Resolution 181 der Vollversammlung zur Abstimmung.

Für die Juden enthielt der UN-Teilungsplan unerwartete Härten: 

  • Ihr Gebiet sollte nur noch ca. 11% des ursprünglichen Mandatsgebietes umfassen.

  • Davon zwei Drittel in der Negev-Wüste, damals völlig unbrauchbar für Siedlungsbau oder Landwirtschaft.

  • Zudem war das jüdische Gebiet dreigeteilt, nur durch „Korridore“ verbunden und bei zu erwartenden Angriffen kaum zu verteidigen.

  • Die Bevölkerung bestand zu über 40% aus Moslems, während in den arabischen Gebieten kaum Juden vorgesehen waren.

  • Jerusalem (inklusive Bethlehem) sollte als „corpus separatum“ unter internationale Aufsicht gestellt werden, womit das Sehnsuchtsziel der Juden unerreichbar wurde.

Die Welt stimmt über einen jüdischen Staat ab

Am 29. November 1947 stimmten die 56 Mitgliedsländer der UN mit einer Zweidrittelmehrheit für die Teilung Rest-Palästinas. Das Ergebnis der Abstimmung wurde von der provisorischen jüdischen Regierung akzeptiert und löste in der ganzen jüdischen Bevölkerung einen Jubelsturm aus.

Die Führung der Araber in Palästina und die arabischen Staaten lehnten die Teilung kompromisslos ab. Damit verhinderten sie die erste historische Chance, einen arabisch-palästinensischen Staat zu etablieren.

Der Mufti reagiert mit Terror 

Unmittelbar nach der Teilungserklärung überzogen die Milizen des Muftis das Land mit einer neuen Terrorwelle. Heckenschützen und Überfallkommandos ermordeten in den ersten Wochen 79 jüdische Farmer, Buspassageier und andere Zivilisten.

Die britischen Mandatskräfte reagierten hilflos. Manchmal konnten sie größere Massaker verhindern, manchmal zwangen sie jüdische Verteidiger, die Waffen abzugeben.

Kämpfer der Jihad-al Mukhada Miliz, eine vom Mufti rekrutierte und finanzierte Kampftruppe.

Stacheldraht in Jerusalem: Ein Versuch britischer Truppen, Juden und Araber zu trennen.

UNSCOP-Delegierte bei Recherchen und Beratungen im YMCA-Haus in Jerusalem im Juli 1947. Unter den Delegierten waren keine Vertreter der Großmächte, um weitgehende Neutralität zu wahren. Jedoch wurde die Neutralität beeinträchtigt, weil die (teil-)muslimischen Staaten Iran, Indien und Jugoslawien dazu gehörten.

 „Es ist kaum zu verstehen, warum die arabische Welt, und noch viel weniger die palästinensischen Araber, unter einer Anerkennung leiden sollten, die längst eine feste Tatsache ist - die Anwesenheit einer geschlossenen, gut organisierten und praktisch autonomen jüdischen Gemeinschaft in Palästina.“

London Times, 1. Dezmeber 1947.

Das Völkerbund-Mandat Palästina. Hier sollte der jüdische Staat entstehen.

Aus 78 % des Gebietes wurde Jordanien gebildet (grün markiert). Der Rest sollte laut UN geteilt werden.

Von der UN-Vollversammlung 1947 beschlossener Teilungsplan. Der jüdische Teil umfasste nunmehr lediglich 11% des ursprünglichen Mandatsgebietes.

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