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Hitlers langer Arm in Palästina

Der Einfluss des Nazi-Regimes im Mandatsgebiet Palästina war massiv. In arabisch-palästinensischen Darstellungen kommt die Thematik heute nicht vor, in westlichen Medien kaum. Die neuere Öffnung von Archiven zeigt: Fast wäre es zur Katastrophe gekommen.

Ein tödlicher gemeinsamer Nenner

Nur Wochen nach Hitlers Machtergreifung bot der Mufti el Husseini den Nazis an, Großbritannien zu bekämpfen und die Juden Palästinas zu töten. Dafür wollte er Waffen, Geld und Unterstützung des Deutschen Reiches für seine Führerschaft in der arabischen Welt.

Hitler erkannte die strategische Bedeutung, Araber und Muslime im bevorstehenden Kampf gegen England und die Sowjetunion auf seine Seite zu bringen und Millionen muslimischer Soldaten für die Wehrmacht zu rekrutieren. Einen jüdischen Pionierstaat wollte Hitler mit allen Mitteln verhindern. Die jüdischen Farmer in Palästina führten mit ihrer Leistungskraft, ihrem Durchhaltewillen und ihren Erfolgen die NS-Rassenlehre ad absurdum.

Die mörderische Allianz zwischen Hitler und dem Mufti bestand ab 1936.

Konzept des Genozides

Hitlers Plan: Zuerst Palästina zwischen Kaukasusfront und Afrikafront in die Zange nehmen. Danach mit Hilfe des Muftis und radikaler arabischer Organisationen die jüdische Bevölkerung, ca. eine halbe Million Menschen, töten.

Die Vorbereitungen für den Genozid umfassten:

  • Propaganda

  • Geld und Waffen für den Mufti

  • Geheime Kommandos

  • Luftangriffe auf Haifa und Tel Aviv 1941 - 1942

Goebbels-Propaganda in Palästina

In Zeesen bei Berlin installierte Goebbels einen leistungsstarken Radiosender für Hasspropaganda in arabischer Sprache, geschickt vermischt mit arabischer Musik und Koran-Zitaten. Vor allem für die vielen Analphabeten war Radiohören in den arabischen Cafés ein Gemeinschaftserlebnis.

Koordiniert wurden die Propagandaaktionen von zwei Goebbels-Agenten, Adam Vollhardt und Franz Reichert, die pro forma für das Deutsche Nachrichtenbüro (DNB) arbeiteten.

„... die 400 Millionen mohammedanisch-arabische Bevölkerung könne absolut für uns gewonnen werden, wenn man sie nur propagandistisch richtig bearbeite.“

Joseph Goebbels, Protokoll nach einem Treffen mit dem Mufti, Mai 1944.

Finanzierung des arabischen Terrors

Der Mufti erhielt aus Berlin monatlich 90.000 Reichsmark. Zusammen mit Spenden reicher Araber konnte er damit seine Milizen ausrüsten. Die von ihm initiierten Überfälle auf Briten und Juden 1936 - 1939 wären ohne die Finanzierung aus Deutschland nicht möglich gewesen.

Britische Tageszeitung „The Sentinel“, 01. Juli 1936.

Hitler und der Mufti von Jerusalem 1941 in Berlin.

Kommando Massenmord

Walther Rauff, SS-Obersturmbannführer, entwickelte im Auftrag Hitlers einen detaillierten Plan zum Massenmord an der jüdischen Bevölkerung in Palästina.
1941 landete ein Geheimkommando unter Leitung von Rauff in Athen. Rommel rückte damals bereits auf Ägypten vor.

Kurt Wieland

Walther Rauff

Zu Rauffs Auftrag gehörte die Bildung von Todesschwadronen, um Massenerschießungen durchzuführen. Rommel zog sich nach der Schlacht von El Alamein Ende 1942 zurück. Die Rauff-Gruppe kam nicht zum Einsatz. Nach 1945 diente Rauff den Syrern als Folterspezialist und Berater für den Krieg gegen Israel.

Kommando Sabotage

1944 beauftragte Hitler die Waffen-SS mit einem weiteren Kommandounternehmen in Palästina. Die geheime „Operation Atlas“ wurde von Oberstleutnant Kurt Wieland geleitet. Aufgewachsen in der Templerkolonie Palästinas sprach Wieland arabisch.

Wieland und sein Trupp brachten per Fallschirm Waffen, Munition
Goldmünzen, Druckerausrüstung, Dynamit und Gift nach Palästina. Damit sollten mit Hilfe von Mufti-Anhängern drei Aufträge 
erfüllt werden:
 

  • Sabotageakte gegen die Briten

  • Überfälle auf jüdische Einrichtungen

  • Spannungen zwischen Juden und Arabern anheize

Mit dem Gift sollte Trinkwasser verseucht werden.

Die Kontaktleute des Muftis in Palästina erwiesen sich jedoch als unzuverlässig. Goldmünzen und Teile der Waffen verschwanden. 
 

Die versprochene Unterstützung durch die arabische Bevölkerung blieb aus. Kurt Wieland wurde verhaftet.

Wenig bekannt: NSDAP in Palästina. Zumeist gebildet von Mitgliedern der Templer- Kolonie.

Im Bild: NSDAP-Ortsgruppe Jerusalem.

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