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Juden und Araber - der vergessene Anfang

Das Beziehungsbild „Juden-Araber“ im Mandatsgebiet Palästina ist heute von Feindschaft geprägt.

Ganz zu Unrecht vergessen ist die jüdisch-arabische Zusammenarbeit in Palästina bis in die 1930er.

Historisch verdrängt ist die Aufbruchsstimmung arabischer Intellektueller und Frauen. Sie erhofften sich vom Modell der jüdischen Bevölkerung eine Befreiung aus der arabischen Feudalgesellschaft.

Zehntausende Araber fanden in jüdischen Siedlungen und Betrieben erstmals gut bezahlte Arbeit. Von guten Beziehung mit der jüdischen Bevölkerung erhofften und erhielten die Araber Palästinas eine radikale Verbesserung ihrer elenden Lebensverhältnisse:

medizinische Versorgung, Gleichberechtigung, Vorteile einer Gewerkschaft, höhere Lebensqualität und Bildungschancen.

Alltag in Palästina 1920 - 1930

Kaum bekannt, was die Aufnahme von 1922 berichtet: Jordaniens König Abdullah I. mit seinen drei jüdischen Leibwächtern, den Brüdern Sayeed, Salaah und Saadia Sofer, vom Stamm der Habani aus dem Jemen, dessen Männer bekannt waren für ihre Treue und Tapferkeit. Der König vertraute ihnen bedingungslos.

Jüdischer Schuster, arabischer Kunde.

Jüdische und arabische Bauarbeiter in Jerusalem.

Milch aus einem arabischem Dorf auf dem Weg in ein jüdisches Dorf. 

Jüdische Farmerin und Beduine.

“Wir betrachten die Juden als Brüder. Ohne die jüdische Einwanderung und ihre Beiträge gibt es für uns keine Zukunft. Städte, in denen auch Juden wohnen, wie Jerusalem, Jaffa, Haifa und Tiberias prosperieren. Städte ohne Juden wie Akko und Nazareth entwickeln sich zurück.”

Hasan Bay Shukri, Bürgermeister Haifas, in einem 
Telegramm an die britische Regierung, Juli 1921.

„Die Ressourcen Palästinas sind noch jungfräulich. Die jüdischen Einwanderer werden sie entwickeln. Wer Kenntnis hat weiß, das Land ist für seine ursprünglichen Söhne. Sie kommen aus Russland, Deutschland und Österreich, Spanien und Amerika in ihr heiliges und geliebtes Land zurück.“

Tageszeitung Al Quibla aus Mekka, 23.März 1918.

03. Januar 1919: Manifest der Zusammenarbeit.

Feisal, künftiger König des Irak, und Weizmann, Repräsentant der Zionistischen Bewegung, legten in einem Abkommen die künftigen Grenzen eines arabischen Königreichs und eines jüdischen Staates fest.

Faisal und Weizmann, verkörperten die enge und aussichtsreiche jüdisch-arabische Kooperation in den Jahren 1920 – 1930.

„Besonders die gebildeten Araber unter uns sehen die zionistische Bewegung mit größter Sympathie. Wir entbieten den Juden ein herzliches Willkommen. Wir arbeiten gemeinsam an einem neuen, reformierten Nahen Osten. Unsere beiden Bewegungen ergänzen einander. Sie sind national, nicht imperialistisch. Syrien hat Platz für uns beide.“

Faisal in einem Brief an den Delegierten der Zionistischen Organisation Felix Frankfurter, 1919.

Unbekannt ist heute auch die Symbiose zwischen Drusen, Beduinen und Juden. Mehrere Beduinenstämme, darunter die einflussreichen Tuba und Al-Heib, kämpften auf Seiten der Haganah gegen radikale Mufti-Milizen und verteidigten jüdische Dörfer. Im Unabhängigkeitskrieg wurden sie Teil der israelischen Armee und kämpften gegen die arabische Invasion an allen Fronten. Auch die Gemeinschaft der Drusen schloss sich zuerst der Haganah an und kämpfte im Krieg auf Seiten Israels.

Eine Kompanie Beduinen in der israelischen Armee marschiert bei der Parade zum Unabhängigkeitstag im Mai 1949.

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