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Jüdischer Patriotismus für Deutschland

Bemerkenswert: Überproportional viele Juden traten dem Militär in den deutschen Teilstaaten und im Kaiserreich bei. Sie kämpften unter anderem 1864 im Krieg gegen Dänemark, für Preußen im Krieg gegen Österreich 1866 und für Deutschland im Krieg gegen Frankreich 1870/71.

  • 550.000 Juden lebten 1914 im Deutschen Reich.

  • 98.000 dienten im deutschen Militär, darunter 85.000 Frontkämpfer.

  • 21.000 wurden zum Unteroffizier oder Offizier befördert, trotz anhaltender antisemitischer Widerstände.

  • 35.000 erhielten Orden oder Ehrenzeichen, darunter 30.000 Tapferkeits-Medaillen.

  • 12.000 jüdische Soldaten fielen im Ersten Weltkrieg für ihr deutsches Vaterland.

135 jüdische Piloten wurden ausgezeichnet:

Darunter Wilhelm Frankl, der nach seinem achten Abschuss den höchsten preußischen Orden Pour le Mérite erhielt. Frankl fiel im Luftkampf am 08. April 1917. Die Nazis ließen die Inschrift aus seinem Gedenkstein kratzen.

Oder Fritz Beckhardt, der beim Jagdgeschwader III nach 17 Abschüssen das Eiserne Ritterkreuz erhielt, danach für herausragende Tapferkeit das extrem seltene Inhaberkreuz vom Königlichen Hausorden der Hohenzollern mit Schwertern. 1936 löschten die Nazis seinen Namen in der offiziellen Schrift über die Träger des Inhaberkreuzes.

Fritz Beckhardt

Willy Rosenstein

Oder Staffelführer Willy Rosenstein. Für seine zahlreichen Abschüsse im Luftkampf wurde er mehrfach geehrt: unter anderem mit dem Eisernen Kreuz l. Klasse, dem Zaringer Löwenorden und der Militärverdienstmedaille in Gold Württembergs.

Die jüdischen Piloten flogen ihre Kampfeinsätze, am Boden blockierten antisemitische Offiziere ihre Karrieren und Auszeichnungen. Neben „traditionellen“ Vorurteilen war ein Motiv der Neid auf den raschen Aufstieg und die kämpferischen Erfolge. Die Diskriminierung jüdischer Frontsoldaten durch antisemitische Offiziere in der Etappe veranlasste führende Frontoffiziere zu Stellungnahmen:

Kameradschaftliche Solidarität mit seinem jüdischen Flügelmann Willy Rosenstein zeigte Pilot Adolf Auer. Nach einer antisemitischen Bemerkung Hermann Görings malte er einen Davidstern auf seine Fokker.

„Zu meinen Erfahrungen mit jüdischen Offizieren und Soldaten in der Kampffront kann ich nur meiner Überzeugung Ausdruck verleihen, daß ich während meiner ganzen Frontdienstleistung keinerlei Unterschied zwischen diesen und unseren anderen Kämpfern gemerkt habe. Sie haben mich niemals enttäuscht; sie haben sich immer durch hohes Pflichtgefühl und Selbstaufopferung ausgezeichnet.“

Generalmajor Georg Glässer Edler von Järte

“Es gereicht mir zur Genugtuung, feststellen zu können, daß jüdische Offizieren und Soldaten in der Kampffront ihre Pflicht voll erfüllt haben; in einwandfreier Haltung kämpften, mit hingebungsvoller Tapferkeit.“

Generaloberst Arthur Freiherr Arz von Straußenburg

Chanukka-Feier jüdischer Soldaten an der russischen Front im Winter 1916.

„Ich habe während des Krieges ... gesehen, daß sich die jüdischen Offiziere und Frontsoldaten genau so tapfer und pflichtgetreu verhielten wie alle anderen. Eines möchte ich jedoch besonders hervorheben, daß sich das jüdische Element als vaterlandstreu erwiesen hat.“

General Karl Kikovszky

„Im Krieg lernte ich die Juden als ebenso brave, tüchtige und tapfere Soldaten kennen, wie es alle anderen waren. Im Land-Sturm-Infanterie-Regiment Nr. 30, dessen Kommandant ich von 1915 bis 1917 war, hatte ich viele Offiziere und Soldaten jüdischer Konfession unter mir, und über diese kann ich mich nur sehr lobend äußern. Sie standen in nichts den christlichen Offizieren und Soldaten nach.“

Generalmajor Ernst Doming.

Tausende jüdische Frontkämpfer wurden ab 1938 von den Nazis in KZs verschleppt – und konnten den Verrat ihres Vaterlandes bis zuletzt nicht fassen. Die meisten wurden ermordet. Ihre Namen und Auszeichnungen wurden von den Nazis auf den zahlreichen Ehrenmalen und in den Schriften des Ersten Weltkriegs entfernt.

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